Neues aus Diakonie in Hamburg und Stiftung: Jahresbericht 2020
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Infos aus Projekten, Hamburg und Stiftung: Jahresbericht 2020

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

wir blicken zurück auf ein Jahr der besonderen Herausforderungen, ein Jahr, in dem soziale
Arbeit in der Stadt vielleicht mehr denn je gebraucht wurde. Viele Probleme, die wir auch
sonst mit der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit zu lindern versuchen, traten in Pandemie-Zeiten stärker zutage. Ein Dach über dem Kopf zu haben wurde zum Beispiel wichtiger denn je, denn wir soll man zuhause bleiben, wenn man kein Zuhause hat?

Von einem Tag auf den anderen mussten wir Wege finden, um der Situation gerecht zu werden. Mitarbeiter*innen in den Hilfsprojekten waren da, um Menschen in Not auch während Ausgangssperren und Lockdowns zu unterstützen. Unser Corona-Notfonds erhielt schnell eine unglaubliche Unterstützung durch Spenderinnen und Spender – bis heute konnten mit rund 150.000 Euro wichtige Hilfen finanziert werden. An einer ehrenamtlichen Corona-Hilfe und der Aktion Hoffnungsbrief beteiligten sich mehrere tausend Menschen aus Hamburg und weit über die Stadt hinaus. Auf den folgenden Seiten lesen Sie über diese tatkräftigen Hilfsprojekte.

Ich bin froh und stolz, dass 2020 ein Jahr voller Hilfsbereitschaft und Solidarität war. Alle gemeinsam haben wir eine Botschaft Wirklichkeit werden lassen: „Wir lassen euch nicht allein!“

Ich danke Ihnen, dass Sie dabei an unserer Seite sind.
Herzliche Grüße,

Landespastor Dirk Ahrens, Vorsitzender des Vorstandes

Schwerpunktthema

Schwerpunktthema: Hilfe in Zeiten von Corona

Corona-Notfonds: Hilfe für Menschen in Not – auch in Pandemie-Zeiten

2020 war weltweit ein Jahr, das im Zeichen des Coronavirus stand. Auch für die soziale Arbeit der Diakonie in Hamburg war von einem auf den anderen Tag alles anders: Öffentliche Beratungsstellen und Einrichtungen wie unser Tagesaufenthalt für obdachlose Menschen mussten die Türen schließen, Nothilfen wurden an allen Stellen benötigt, schnelles und flexibles Handeln war wichtig.

Schon mit dem Beginn des Lockdowns im März 2020 hat die Diakonie- Stiftung einen Corona-Notfonds eingerichtet. Dank der immensen Spendenbereitschaft konnten mit 150.000 Euro Spendengeldern aus diesem Fonds das ganze Jahr über wichtige Nothilfen und innovative Projekte gefördert werden.

"Abstand halten" heißt es auch am Mitternachtsbus

Digitale Beratung möglich machen
Durch Notfonds-Gelder wurden Headsets und Laptops für Berater*innen in den Hilfseinrichtungen fi nanziert, damit die Beratung von Menschen in Notlagen auch in Krisenzeiten weitergehen konnte. Die Straßensozialarbeiter*innen wurden mit Powerbank und portablem Drucker ausgestattet, eine Tagespfl ege für Senior*innen erhielt iPads, damit der Kontakt mit den Angehörigen auch digital aufrechterhalten werden konnte.

Lebensmittelgutscheine für Familien
Durch Kurzarbeit und Jobverlust geraten immer mehr Familien in existenzielle Probleme.
Um in Notsituationen den Familien schnell und unbürokratisch helfen zu können, wurden Lebensmittelgutscheine finanziert und verteilt. So konnte Not gelindert werden.

Atemschutzmasken, Zelte, Lunchtüten
Die Hilfsprojekte wurden mit allem versorgt, was sie in der neuen Situation benötigten. Am Mitternachtsbus wurden hygiene-konforme Lunchtüten ausgegeben, Tagesaufenthaltsstätten für Menschen von der Straße wurden unter Zelte mit Infrarotheizung nach draußen verlegt, Atemschutzmasken wurden verteilt. So kann Unterstützung für Menschen in Not auch unter Pandemiebedingungen gelingen!

Schulden tilgen für den Neustart
Bei der Schuldnerberatung können durch Notfonds-Gelder kleinere Beträge bis 1.000 Euro pro Haushalt getilgt werden, wenn in der Corona-Situation besondere finanzielle Notlagen entstanden sind. Familien können so der Schuldenspirale entkommen.

Hotelübernachtungen für obdachlose Menschen
Um obdachlose Menschen vor Infektionen zu schützen, wurden im Frühjahr und während der Wintermonate obdachlose Menschen in Hotels untergebracht. Außerdem wurden Zelte für den Tagesaufenthalt unter Abstandsregelungen und eine Küchenhilfe für das Diakonie-Zentrum aus den Notfonds-Geldern finanziert.

Gast im Hotelprojekt: Todor Mirchev aus Bulgarien

„Ihr seid Seelentröster, Gute-Laune-Macher!“: Die Aktion Hoffnungsbrief verband während Corona Menschen in Alten- und Pflegeheimen mit Schreib-Begeisterten aus ganz Deutschland

Wiebke Steineck ist gerührt: „Post von unbekannt!“ Sie lebt in einem Pflegeheim der Diakonie in Hamburgs Norden. Und wie viele Tausend Senior*innen in Hamburg darf sie während des Lockdowns aus Infektionsschutzgründen keinen oder nur sehr eingeschränkten Besuch empfangen.

Drei Monate nachdem die Diakonie-Stiftung die Aktion Hoffnungsbrief ins Leben gerufen hatte, waren über 6.600 Briefe aus ganz Deutschland und darüber hinaus eingesendet worden. Kaum eingegangen im Stiftungsbüro wurden diese direkt per zweiwöchentlicher Lieferung an 20 Alten- und Pflegeheime der Diakonie in Hamburg weiterverteilt.

Briefe, Karten, Bilder, Fotos, Konfetti – all das machte den Alltag der Senior*innen und Pfleger*innen bunt, besonders und hoffnungsvoll. Mit den Worten einer Pflegeheimleitung in Barmbek: „Wir danken Ihnen für die Ermutigung, die Ablenkung, den Trost, den Ihre Briefe spenden und die Kraft, die diese Briefe auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geben, die versuchen, unseren Bewohnerinnen und Bewohnern über diese schwere Zeit zu helfen.“ Aktion geglückt!

Hamburg hilft: Tausende Hamburger*innen machen unsere Stiftungsarbeit anfassbar

„Freiwillige, die bereit sind, im Notfall insbesondere bei der Versorgung älterer, hilfsbedürftiger Menschen zu helfen, können sich ab sofort registrieren.“ – der Startschuss der Corona-Hilfe der Diakonie-Stiftung fiel am 16. März 2020. Eine Welle der Hilfsbereitschaft rollte durch die Stadt. Schon wenige Tage später hatten sich bereits über 1.000 Menschen registriert, bis Mai sollten es 2.140 sein. 120 Menschen wurden aktiv für Seniorinnen und Senioren in Hamburger Alten- und Pflegeheimen. Die Ehrenamtlichen hielten die Bewohner*innen durch gemeinsames Lesen von Kurzgeschichten, durch Musik vor den Balkonen und mit kleinen hausinternen Spaziergängen in einer sehr schwierigen Zeit bei Laune. Zudem unterstützten sie bei Essensausgaben und bei der Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Einige konnten sogar ihre digitale Kompetenz weitergeben und halfen Senior*innen bei ihren ersten Schritten zur Video-Telefonie.

In der zweiten Jahreshälfte meldeten sich laufend Hamburgerinnen und Hamburger, um in Corona-Zeiten in den vielfältigen sozialen Feldern Menschen ehrenamtlich zu unterstützen. Ob als Lots*in in der Tagesaufenthaltsstätte für Wohnungslose in Eimsbüttel, als Integrationspat*in, als Diakonie SeniorPartner*in oder einfach im Rahmen eines einmaligen Engagements als Nikolaus für benachteiligte Kinder: vielen Menschen konnte die Stiftung ein neues Ehrenamt vermitteln und so einen weiteren Beitrag zu einem solidarischen Hamburg leisten.

Zeit für Menschlichkeit: Am 26.11.2020 gab es Musik, Segen und Solidarität in der Hauptkirche St. Petri im Rahmen der Aktion "Weihnachten für alle!"

Jahr der Hilfsbereitschaft

WEIHNACHTEN FÜR ALLE
1.103 Geschenke wurden abgegeben und an Seeleute im Hamburger Hafen, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen in Not in vielen Hamburger Stadtteilen verteilt. Der zweite Rekord im Folgejahr!

CORONA-HILFE
Über 2.140 Menschen registrierten sich von März bis Mai, um im Notfall flexibel unterstützen zu können. 120 wurden aktiv für Seniorinnen und Senioren in Hamburger Alten- und Pflegeheimen.

AKTION HOFFNUNGSBRIEF
Mehr als 6.600 Briefe spendeten Hoffnung und Trost an ältere Menschen während des Lockdowns. Die Post kam von Groß und Klein, aus Hamburg, Deutschland und der ganzen Welt – sogar aus Australien.

Spenden, Förderungen, Stiftungsverbund

Finanzen und Förderungen

Finanzübersicht zum 31.12.2020, Spendenergebnis und Informationen zum Stiftungsverbund 2020

Spendenergebnis nach Themenfeldern

Jahresbericht-Stiftung-Hamburg-Grafik-Spendenergebnis
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Jahresbericht-Stiftung-Hamburg-Grafik-Spendenergebnis

1.415.187 € Spenden haben wir im Jahr 2020 erhalten. So verteilen sie sich:

Hilfe für obdachlose Menschen: 777.968 €
... Für den Mitternachtsbus, warmes Mittagessen, Frauen auf der Straße, ärztliche Versorgung, Sozialberatung und vieles mehr

Ärzte für Menschen in Not: 74.634 €
... Für die ärztliche Versorgung und Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung

Familien und Kinder in Not: 164.082 €
... Für die Projekte Kinder in Trauer, Seelenhalt und MitEuch!, den Diakonie Elternladen und die Stadtteilmütter

Hilfe bei Not im Alltag: 398.503 €
... Für den Corona-Notfonds, Telefonseelsorge, Hilfe für Senioren*innen und viele weitere Projekte, die Menschen schnell und unbürokratisch helfen

Gesamtspenden 1.415.187 €

Mit 1.260.038 € wurden bis Jahresende 2020 Projekte gefördert bzw. Förderungen zugesagt; weitere Spendengelder stehen in den Rücklagen für Projektförderungen zur Verfügung.
Klick für größere Ansicht der Finanzübersicht

Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit als Förderstiftung
Wir fördern diakonische Arbeit in Hamburg. Die meisten Spenden, die wir im Jahr 2020 bekommen haben, waren zweckgebunden: zum Beispiel für den Mitternachtsbus, die Obdachlosenhilfe und das Hotelprojekt für wohnungslose Menschen oder den Corona-Notfonds und unbürokratische Alltagshilfen.

Verwaltungsausgaben
Gemäß § 58 AO werden die Verwaltungsgeschäfte der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit durch das Diakonische Werk Hamburg wahrgenommen. Hierfür werden keine Spendengelder verwendet.

Jahresbericht-Stiftung-Hamburg-Grafik-Stiftungskapital

Diakonie-Stiftungsverbund: Stiftungen gemeinsam stark für Hamburg

Im Diakonie-Stiftungsverbund MitMenschlichkeit werden rechtlich selbstständige Stiftungen verwaltet, die mit ihren Erträgen und Spenden diakonische Arbeit in Hamburg fördern.
Die gemeinsame Verwaltung schafft Synergien und spart Geld. Der Diakonie-Stiftungsverbund MitMenschlichkeit besteht seit 2016. Er entstand aus der Idee, das Stiftungsengagement kleinerer Stiftungen zu bündeln.

2020 konnte der Verbund mit einem Spitzenwert von insgesamt 1,28 Millionen Euro Projekte fördern. Was diese Summe besonders macht, ist ihre Zusammensetzung: Neben den Förderungen der großen Stiftungen wie der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit und der Joseph Beyer-Stiftung waren wieder viele kleine Förderungen dabei. Mit 5.000 Euro förderte die Linda Reiher-Stiftung beispielsweise Sozialarbeit in Wilhelmsburg und 450 Euro gingen von der Gerdrut Schele-Stiftung an Senior*innen im Pflegeheim Hospital zum heiligen Geist.

2020 neu im Stiftungsverbund

Zwei neue Stiftungen sind im Jahr 2020 dazugekommen:

Die Tilse-Stiftung fördert Kinder- und Jugendhilfe und den Tierschutz. Sie wurde 2003 gegründet und ist eine kleine Stiftung mit Wurzeln in Mecklenburg.

Die Frauen Sinnstiftung fördert Hilfsangebote für Frauen und Familien. Sie ist eine kirchliche Stiftung, die 2001 gegründet wurde.

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Eine kleine Stiftung mit Geschichte: Familie Tilse um die Jahrhundertwende vor dem Kamphof in Grabow/Mecklenburg. Der Hof war Familiensitz, Sägerei und Holzhandel und wurde von Heinrich Tilse (2. v. r.) und Albert Tilse (r.) in 2. und 3. Generation geführt.

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Jahresbericht-Stiftung-Hamburg-Gotthold-Donndorf
Jahresbericht-Stiftung-Hamburg-Gotthold-Donndorf

Stiftungsportrait: Gotthold Donndorf-Stiftung

Die Gotthold Donndorf-Stiftung wurde 1968 zu Ehren des ersten und langjährigen Geschäftsführers des Landesverbandes der Diakonie Hamburg gegründet. Donndorf war Pastor und lange Zeit als Leitung des Rauhen Hauses tätig, 1957 erhielt er das Große Bundesverdienstkreuz. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Berufsbildung. In diesem Rahmen vergibt die Stiftung Stipendien an Mitarbeitende in kirchlichen oder diakonischen Projekten, die eine Zusatzausbildung mit diakonischem Schwerpunkt absolvieren möchten.

Seit 2016 wird die Gotthold Donndorf-Stiftung im Diakonie-Stiftungsverbund verwaltet.

Das Stiftungsteam

 

In unseren Räumlichkeiten in der Königstraße 54 im 4. Stock des Dorothee-Sölle-Hauses sind wir für Sie da!

Niclas Rabe
Lea Krause-Solberg
Benedikt Walzel
Jutta Fugmann-Gutzeit, Geschäftsführerin
Dirk Ahrens, Vorsitzender des Vorstandes

T 040 30620-261 | spenden@diakonie-hamburg.de
www.mitmenschlichkeit.de
Spendenkonto: Hamburger Sparkasse
IBAN DE76 200 505 50 1230 1432 55

Über die Diakonie-Stiftung

Vorstand:
Landespastor Dirk Ahrens (Vorsitzender)
Stefan Rehm (Stellvertretender Vorsitzender)
Dr. Uta Andrée
Gabriele Brasch
Henning Kruse
Dr. Torsten Schweda
Dr. Tobias Woydack

Gründungsjahr: 2010

Körperschaftssteuerfreistellungsbescheid des Finanzamts Hamburg-Nord für Steuernummer 17/405/03444 vom 16.01.2019, gültig bis 31.12.2022.

Mehr zum Thema Transparenz finden Sie hier.

Jahresbericht 2020, herausgegeben im September 2021

Gerne können Sie bei uns die Printversion dieses Jahresberichtes bestellen. Bei Interesse schreiben Sie uns bitte eine E-Mail an stiftung@diakonie-hamburg.de