Die Diakonie-Stiftung richtet das Augenmerk nicht nur auf die finanzielle Rendite, die eine Immobilie erwirtschaftet. Auch die soziale Rendite steht im Fokus: Der Mehrwert, den Menschen in Hamburg davon haben. Viele Menschen, für die wir als Diakonie da sind, haben größte Schwierigkeiten, auf dem „normalen“ Wohnungsmarkt fündig zu werden. Sie werden bei Wohnungsbesichtigungen sofort aussortiert, weil sie nicht genügend verdienen, alleinerziehend sind, Migrationsgeschichte haben oder wohnungslos sind. Letzteres betrifft in Hamburg aktuell schätzungsweise über 32.000 Menschen – damit ist Hamburg Hauptstadt der Wohnungslosen, ein trauriger Rekord.
Wenn Ihnen eine Immobilie gehört, kennen Sie das sicherlich: man fragt sich ab und an, was aus der Immobilie wird, wenn man selbst nicht mehr darin wohnt. Wer wird darin ein Zuhause finden? Was machen Käufer*innen oder Erb*innen mit Haus und Hof? Wird neu vermietet oder abgerissen und neu gebaut? An wen wird vermietet und zu welchem Preis? Als Diakonie-Stiftung werden wir häufig gefragt, was wir mit Immobilien machen, die an die Stiftung vererbt oder gestiftet werden. Die Antwort ist vielschichtig.
Wie kann eine Immobilie langfristig sozial wirken?
Sobald eine Immobilie an die Diakonie-Stiftung vererbt oder überschrieben wird, prüfen wir alle Optionen. Können wir den Wohnraum Menschen anbieten, die es auf dem regulären Wohnungsmarkt schwer haben – beispielsweise Frauen, die aus dem Frauenhaus kommen oder Menschen, die vormals auf der Straße gelebt haben? Manche Nachlassgeber*innen schreiben bereits in ihrem Testament auf, welcher Zielgruppe die Immobilie zur Verfügung gestellt werden soll. Das liefert wichtige Anhaltspunkte. Wichtig ist: Wenn die Immobilie einmal in den Händen der Stiftung ist, entscheiden wir über den Zweck und halten Haus oder Wohnung langfristig für den sozialen Zweck. Das unterscheidet uns grundsätzlich von städtischer Wohnungswirtschaft, da wir als Stiftung unabhängig von Ausschreibungen und Förderbedingungen langfristig Sozialwohnungen zur Verfügung stellen können. Grundsätzlich ist natürlich auch der Verkauf der Immobilie eine Option – für uns als gemeinnützige Organisation, die Menschen Zugang zu Wohnraum geben will, aber eher nachrangig.
Wünsche der Spender*innen berücksichtigen
Ein Beispiel: Ein Ehepaar wird der Diakonie-Stiftung perspektivisch das Wohnhaus vererben. Mit dem Nachlass ist der Wunsch verbunden, das Haus, soweit möglich, an Menschen zu vermieten, die Unterstützung durch die Diakonie erhalten. Sollte dies nicht umsetzbar sein, kann das Haus auch verkauft werden, allerdings nur an eine Familie. Dem Ehepaar ist wichtig, dass das Haus nicht zum Spekulationsobjekt wird, sondern den Menschen in der Stadt dient. Unsere Rolle als Geschäftsführung der Stiftung ist es, diesen Wunsch möglich zu machen und sicherzustellen, dass der Nachlass im Sinne der Erblasser*innen wirkt.
Wohnstifte: eine besondere Wohngemeinschaft
Wohnstifte sind seit Jahrhunderten ein in der Hansestadt verankertes soziales Wohnungsprojekt. Auch das Koop-Stift in Hamburg Eppendorf stellt seit mehreren hundert Jahren sozialen Wohnraum zur Verfügung: 21 ältere, alleinstehende Frauen wohnen dort. Die Mieten sind günstig, da als gemeinnützige Stiftung keine Gewinne erwirtschaftet werden dürfen, die nicht dem Wohnraum selbst oder der Klientel zugutekommen. Seit 2025 ist das Wohnstift Teil des Diakonie-Stiftungsverbundes. Der ehemalige Vorstand, Matthias Pietzcker, sagt: „Die Bewohnerinnen sind nicht einfach Mieterinnen, sondern Menschen mit Geschichten.“ Als Diakonie geben wir diesen Geschichten Wohnraum.
Modernes Wohnprojekt: das Diakonie-Haus Münzviertel
Wohnen in der Großstadt muss stetig neu gedacht und weiterentwickelt werden. Housing First als modernes Wohnkonzept, das Menschen von der Straße in eigenen Wohnraum vermittelt, ist ein wichtiger Entwicklungsschritt. Das Diakonie-Haus Münzviertel ist ein weiteres innovatives Projekt in der Münzstraße 7. Hier finden 31 Menschen von der Straße in eigene Wohnungen. Im Erdgeschoss können sie – und viele andere Menschen, die ohne Krankenversicherung in Hamburg leben – in einer Praxis medizinische und soziale Hilfe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus sind zwei diakonische Mitgliedseinrichtungen Kooperationspartner des Projekts: Die Stiftung Das Rauhe Haus vermittelt die Wohnungen eines Stockwerks an Menschen mit sozialpsychiatrischem Unterstützungsbedarf. In ein weiteres Stockwerk ziehen Mitarbeitende des Agaplesion Diakonieklinikums Hamburg ein.
Für die Menschen, die in solchen Wohnformen ein neues Zuhause finden, bedeutet jede einzelne Wohnung die Chance auf einen Neuanfang und ein selbstbestimmtes Leben.
Sprechen Sie uns an!
Niclas Rabe ist Diakon und Ansprechpartner für Testamentsspenden bei der Diakonie-Stiftung MitMenschlichkeit. Er begleitet Menschen vertrauensvoll bei der Frage, wie sie mit ihrem Testament soziale Projekte unterstützen und ihre persönlichen Werte über das eigene Leben hinaus weitergeben können.
Lea Krause-Solberg ist Geschäftsführerin der Diakonie-Stiftung. Sie berät interessierte Menschen persönlich und vertrauensvoll dazu, wie sich Vermögen dauerhaft und sinnvoll für einen sozialen Zweck einsetzen lässt – zum Beispiel durch eine Zustiftung oder einen eigenen Stiftungsfonds.
Melden Sie sich bei Fragen gerne bei uns. Wir beraten Sie persönlich und vertraulich.
Mail: testament@diakonie-hamburg.de
Tel.: 040 30620-290

Testamentsspende auf einen Blick
Was kann ich hinterlassen?
Neben Geldbeträgen können auch Aktien, andere Wertpapiere oder Immobilien Teil einer Testamentsspende sein. Das Besondere: Eine Immobilie muss nicht automatisch verkauft werden. Je nach Objekt und persönlichem Wunsch kann sie möglicherweise direkt einem sozialen Zweck dienen – zum Beispiel als Wohnraum für Menschen, die von uns begleitet werden. Welche Möglichkeiten bestehen, besprechen wir gerne persönlich.
Erbe oder Vermächtnis?
Die Diakonie-Stiftung kann als Erbin eingesetzt oder mit einem Vermächtnis bedacht werden – zum Beispiel mit einem festen Geldbetrag, einem Anteil des Nachlasses oder einem bestimmten Vermögenswert.
Kann ich schon zu Lebzeiten etwas aufbauen?
Ja. Mit einem Stiftungsfonds kann bereits zu Lebzeiten ein bestimmtes soziales Anliegen dauerhaft unterstützt werden. Das Kapital bleibt erhalten, gefördert wird aus den Erträgen.
Wie beginne ich?
Unser Testament-Generator bietet eine erste Orientierung. Für die rechtssichere Gestaltung empfehlen wir zusätzlich eine notarielle oder juristische Beratung.
Persönlich und vertraulich beraten lassen
Niclas Rabe und Lea Krause-Solberg besprechen mit Ihnen, welche Form zu Ihren Wünschen und Ihrem sozialen Anliegen passt.