Spendenreport: Interview
Interview Ehrenamt

"Mir geht das Kochen gut von der Hand"

Im Diakoniezentrum für Wohnungslose kochen Ehrenamtliche jeden Tag ein warmes Mittagessen für obdachlose Menschen in Hamburg. Ein kurzer Einblick.

Heidi engagiert sich ehrenamtlich für obdachlose Menschen. Sie arbeitet als Helferin in der Küche des Diakonie-Zentrums für Wohnungslose (DZW) und sorgt für bis zu 100 warme Mahlzeiten am Tag.

Heidi, was war deine Motivation, dich ehrenamtlich zu engagieren?
Nachdem ich im August letzten Jahres in Rente gegangen bin, war mir klar, dass ich in meinem Leben Struktur brauche. Gleichzeitig wollte ich aber gerne etwas tun, was Sinn ergibt, was wichtig ist für alle und was man mit anderen zusammen macht. Es werden bis zu 100 Essen am Tag ausgegeben

Wie bist du auf das Diakonie-Zentrum für Wohnungslose gekommen?
Ich habe im Stadtteil in einer Schule gearbeitet und bin jeden Tag hier vorbeigekommen. Da mir das Kochen gut von der Hand geht und ich auch schon öfter für größere Gruppen Essen zubereitet habe, war es einfach passend.

Wie sieht ein typischer Einsatz in der Küche für dich aus?
Erstmal verkleiden wir uns – also wir ziehen uns um. Dann schauen wir, was der Essensplan sagt, holen uns die Zutaten und besprechen untereinander, wer was übernimmt. Dann geht alles Hand in Hand: Wer seine Aufgabe erledigt hat, schaut, wo noch Hilfe benötigt wird und packt dort mit an – da arbeiten wir als Team gut zusammen.

Was gibt dir die ehrenamtliche Arbeit?
Ich verlasse das DZW immer mit einem Hochgefühl, weil ich das Gefühl habe, etwas Sinnvolles getan zu haben. Wenn wir uns nicht für die obdachlosen Menschen einsetzen würden, wäre die Situation für viele sicherlich noch prekärer. Ich glaube, dass es den einzelnen Menschen der Gesellschaft auch hilft, wenn sie sich für andere einsetzen. Es ist nicht unwichtig, was wir hier machen, und das tut mir gut. Ohne Ehrenamt wäre die Hilfe nicht möglich

Was möchtest du unseren Leser*innen noch mitgeben?
Es ist absolut wichtig, dass wir finanziell unterstützt werden. Bei uns Freiwilligen läuft es überaus gut, aber ohne unsere hauptamtliche Leiterin wären wir aufgeschmissen. Ich würde Menschen empfehlen, sich unsere Arbeit anzuschauen – wir bereiten hier 100 Mahlzeiten zu und 100 Leute kommen und freuen sich über ein warmes Essen. Wenn man das erlebt, wird einem schnell klar, wie sinnvoll unser Angebot ist.